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Baron Es war ein ganz normaler Tag im Sommer 2003 als mein Freund mich mit dem Wunsch einen Hund zu kaufen überfiel. Ich konnte mich zu beginn nicht mit dieser Situation abfinden. Als er mir dann in einem Hundebuch seinen „Traumhund“ zeigte war ich noch sprachloser. Ich dachte mir nur „Was ist das denn?“. Mein erster Gedanke war „das ist doch ein Kampfhund“. Um mich aufzuklären und zu überzeugen suchte er im Internet nach dieser Rasse um sie mir näher zu bringen. Wir beschäftigten uns über ein zwei Monate mit dieser Rasse. Da wir damals gemeinsam bei meinen Eltern wohnten mussten wir natürlich auch diese einweihen und „nach Erlaubnis fragen“. Kim hat seinen Charme spielen lassen und es doch glatt geschafft sie zu überzeugen. Ich konnte mich immer noch nicht 100% mit dem Gedanken an freunden bald Verantwortung für einen Hund tragen zu müssen. Irgendwann im September haben wir uns dann an den PC gesetzt und nach Züchtern gesucht. Dann sind wir auf einen „Züchter“ in Polen gestoßen. Kim hatte eine gewisse Vorstellung von seiner Bulldogge - es sollte ein dunkler Rüde sein. Na ja, wir dort angerufen und nachgefragt ob Welpen da sind. Erst sagte er, er hätte nur eine helle Hündin. Doch dann hieß es „Ja so einen Hund wie sie möchten haben wir. Dabei haben wir uns erstmal nichts gedacht. Wir waren total aufgeregt. Die ganze Familie saß vor dem Telefon und hat über den Lautsprecher mitgehört. Uns ist einfach nichts komisch vorgekommen. Wir vereinbarten, dass er uns Fotos schickt und wir uns dann noch mal melden. Nach einigen Tagen waren die Fotos in meinem Postfach. Als wir die Fotos von Baron gesehen haben hat man nur noch ein „aaahhh“, „ohhh“, „süß“ gehört. Für uns stand fest: diesen kleinen Racker wollen wir haben. Wir beim „Züchter“ angerufen und mit ihm ausgemacht wann wir den Hund holen möchten. Der Preis betrug 550€.. Damals wussten wir nicht, dass da eigentlich was nicht stimmen kann und dass uns schon der Preis allein sagen müsste, dass da was faul ist. An einem Wochenende im November haben wir uns dann auf den Weg nach Polen gemacht. Als wir am Ziel angekommen sind haben wir erstmal keine Bulldoggen weit und breit gesehen. Bernersennenhunde und Shar-Peis begrüßten uns. Wir wurden hereingebeten. Die Hunde waren immer noch nicht zu sehen. Irgendwann ging der „Züchter“ dann ne Treppe hoch und holte zwei Bulldoggen. Angeblich Geschwister. Baron und Bona Queen. Und da sahen wir unseren Baron. Kim hat ihn sich sofort geschnappt und die beiden saßen da wie gesucht und gefunden. Und von diesem Moment an waren meine letzten Zweifel auch verschwunden. Uns viel auf das Baron einen eitrigen Schnupfen hatte. Der Züchter sagte dann, dass einige Hunde zurzeit ein bisschen krank seien, aber alle Medizin von der Tierärztin erhalten haben. Da wir zu Hause in Deutschland noch kein Körbchen etc. für den kleinen gekauft hatten, haben wir mit dem Züchter ausgemacht den Hund noch ein zwei Stunden dort zu lassen um in die Stadt zu fahren. Nach zwei Stunden waren wir dann wieder beim Züchter. Der Kofferraum voller Spielzeug, Leinen, Halsbändern etc. Wir bezahlten den geforderten Betrag, bekamen einen Impfausweis und eine Ahnentafel. Zum Schluss fragten wir ob wir die Mutter sehen könnten. Wir begleiteten den Züchter nach draußen. Dort ließ er aus einem Häuschen zwei Hunde raus. Barons Mutter und Barons Tante. Wir haben beide Hunde noch gar nicht richtig begrüßt, da schnappte er sie sich und brachte sie wieder weg. Ein Freund von uns filmte unseren Tag beim Züchter. Als wir dann zurück in Deutschland waren sahen wir uns das Video an. Dort fielen uns die ganzen Dinge erst so richtig auf. Der Züchter hat immer wieder in Richtung Barons Gesicht gepackt und den Schnupfen weggewischt. Für uns sah das dort aus als würde er Baroni streicheln. So viel uns dann auch erst auf wie schnell er die Hunde wieder weggebracht hat. Baron bekam dann nach ein paar Monaten stellenweise Haarausfall Nachdem wir dies beim TA untersuchen ließen hieß es er habe Demodex. Baron wurde damals mit Medizin versorgt. Des Weiteren ist uns aufgefallen, dass er immer wieder stark hechelte sobald er sich ein wenig bewegte. Es hat sich wirklich schrecklich angehört. Sobald man längere Strecken gegangen ist, ist er zusammengebrochen. Er hat sich mehrmals übergeben. Bis er sich wieder beruhigt hatte dauerte es sehr lange. Wir haben damals beim Züchter angerufen und gefragt was wir den machen könnten. Es hieß immer nur „kaufen sie diese Tabletten und geben sie die ihm“ oder „gehen sie nicht zum TA der zockt sie nur ab“. Und er hat bei sich keine Schuld gesehen. Mit der Zeit sind wir im Internet auf Foren aufmerksam geworden. Dort haben wir uns angemeldet und uns ein bisschen durchgelesen. Uns fiel dann auf was für verschiedene Krankheiten auftreten können und wie teuer ein Hund bei einem deutschen Züchter ist etc. Uns wurde langsam klar dass irgendetwas falsch gelaufen ist. Mit einem halben Jahr musste Baron dann wegen seiner Atemnot das Gaumensegel gekürzt bekommen. Diese OP kam ganz unerwartet und wir zahlten viel Geld dafür. Baron hat den Eingriff super überstanden. Nach der OP konnte er ohne Probleme über eine längere Zeit spazieren gehen ohne umzufallen oder zu brechen. Als nächstes viel uns auf, dass er humpelte. Wir sind sofort zum Tierarzt. Dieser stellte fest das Baron zwischen seinen Ballen einen sechsten Nagel hatte. Dieser wurde ihm entfernt und Baron musste einen Verband tragen. 2004 machten wir Urlaub an der Nordsee. Plötzlich bekam Baron ganz eigenartige Krämpfe und er erbrach sich mehrmals. Doch nicht wie ein normaler Hund. Es ist schwer zu beschreiben was für Bewegungen und Geräusche er von sich gegeben hat. Wir waren total schockiert. Wir hatten Riesen Angst weil wir nicht wussten was mit ihm los ist. Dann sind wir mit ihm zu einem TA gefahren. Dieser erklärte er sei erkältet und durch ein paar Medikamente wird alles wieder gut. Drei Tage nach dem Besuch beim Tierarzt war es immer noch nicht wirklich besser. Baron wollte nicht essen und nicht trinken. Dann sind wir abgereist. Für den TA im Urlaub haben wir 200€ da gelassen. Viel Geld wenn man gerade ein Ferienhaus mit Selbstverpflegung gemietet hat. Zu Hause angekommen gingen wir sofort mit Baron zu unserer Tierärztin. Sie führte mehrere Untersuchungen an Baron durch (Magenspieglung etc.) Diese alle aufzulisten dauert viel zu lang. Die Behandlungen dauerten mehrere Wochen. Bis wir endlich das Ergebnis hatten: Baron hat eine Autoimmune - Anämie. Dadurch bekommt er krampfartige Anfälle, die sich auch durch Erbrechen und starken Durchfall äußern – wie im Nordsee-Urlaub. Zur Sicherheit haben wir mehrer Blutbilder machen lassen und es stand dann 100% fest. Diese Autoimmune Anämie äußert sich bei Baron durch immer wiederkehrende Anfälle. Manchmal waren die Anfälle so extrem das er kein Kot sondern Blut getropft hat oder das die ganze Wohnung cm für cm voll gebrochen war. Er war immer ziemlich blass und er hat gelitten man hat es ihm angesehen. Wir waren stink sauer auf diesen Züchter das er immer noch versuchte uns einzureden die Ärzte hätten unrecht. Der Kontakt brach ab. Bei jedem Anfall mussten wir zur Tierärztin um ihm eine Infusion zu geben. Dieses Jahr hatte Baron einen so starken Anfall das ich gedacht habe Kim kommt nicht mehr mit ihm zurück. Kim machte der Tierärztin klar dass sie uns aufklären sollte wenn Baron zu sehr leidet. Dann hätten wir ihn von seinen Leiden erlöst. Die Tierärztin sprach uns Mut zu und erklärte den weiteren Behandlungsgang. Mittlerweile bekommt Baron täglich zwei Tabletten (Prednisolon) in denen Cortison enthalten ist. Ein spezielles Futter von Hills bekommt er auch. Seit dem er täglich diese Tabletten bekommt geht es ihm super klasse. Keine Anfälle mehr. Doch sobald man eine Tablette auslässt kommen die Symptome wieder. Es hört sich vielleicht ein bisschen extrem an das wir unserem Hund Cortisontabletten geben aber das ist das einzige was bei Baron anschlägt. Wir freuen uns einfach dass es ihm zurzeit super gut geht. Wir möchten ihn nicht missen den er ist einzigartig. Vom Züchter haben wir schon lange nichts mehr gehört. Mittlerweile haben wir auch herausgefunden das Bona gar nicht Barons Schwester ist. Denn auf der Internetseite des „Züchters“ steht ein jüngeres Geburtsdatum. Verfasser: Magdalena
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